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LitGes - Literatur und so weiter
DER FALL HERTHA KRÄFTNER UND DINE PETRIK
Ein Interview mit der Autorin Dine Petrik, anlässlich Ihrer umstrittenen Recherchen über die Wiener Schriftstellerin Hertha Kräftner. Kräftner war Existentialistin und litt an ihren schmerzhaften Kindheitserinnerungen: der II. Weltkrieg, das Eindringen der Roten Armee und der Tod ihres Vaters. Sie nahm sich mit 23 Jahren 1951 auf Grund ihrer Depressionen das Leben. Hans Weigel nannte sie die „Selbstmörderin auf Urlaub“. Am 26. April 2008 wäre sie 80 Jahre alt geworden.
Das Interview führte Alois Eder, Sommer 2007.
Das Gesicht meines toten Vaters
das meinem ähnlich sieht,
wandelt in den Friedhofbäumen
hin und her.
(aus "Das Gesicht meines toten Vaters", 22. Oktober 1950)
Ganz von Anfang: was hat Ihr Interesse für Hertha Kräftner, ihr Werk und ihr Leben geweckt, und inwiefern ist sie als Literatin auch ein Vorbild für Sie?
Mein Interesse an Hertha Kräftner hielt sich lange in Grenzen. Auch begann ich ja spät mit dem Schreiben. Als angehende Fünfzigerin, während etlicher Lebensbrüche, wagte ich es: Gedichte entstanden. Kräftners Werk? Ich kannte Gedichte, längst nicht alle. Sie berührten mich, hinterließen Beklemmung. Zu dunkel - imaginär wie körperlich - zu beladen. Und problembeladen war ich selber genug. Vorbild, nein. Bewunderung, ja, ihre Verdienste als burgenländische Autorin, ihr Wert für das Land. Bruchstücke ihrer Geschichte kannte ich schon als Jugendliche, spätere Zuordnungen diverser Mosaiksteine in ihre Lebenszeit wurden dadurch erleichtert. Mich mit ihr anlegen, hätte ich nie gewagt, aber alles begann stehenden Fußes.
Der Anstoß, den Sie erwähnen?
Ja, mein Vater. Nach einem Wohnungswechsel, mitten im Aufräumen, lagen da ein Packen Noten und einige Notizbüchl meines Vaters, der, als ich Zweieinhalb war, eingezogen wurde, trotz Altersgrenze und Stempel Unentbehrlich. Das wusste ich als Kind. Erinnerung an ihn hatte ich keine. Er kommt aus dem Krieg. Das war mein Satz. Vater war meine Verankerung, mein Antrieb. Jeden Papierfetzen von ihm hatte ich an mich gerafft. Nun blätterte ich seine Termine auf, auf jedem Blatt ein Tagesvermerk - Name, Dorf - und - Kräftner Neutal. Meine umgehend einsetzende Recherche: Zwischen 1934-36 gab es im Nachbardorf Neutal nur einen Kräftner, den am Gemeindeamt. Vater hat also die Kräftners gekannt. Er könnte die Übersiedlung nach Mattersburg gemacht haben, hieß es. Vater war Maschinenhändler und hatte Transportwägen. Auch als Musiker hat er wohl viele Leute gekannt. Plötzlich war mir Hertha Kräftner ganz wichtig. Meine erste Prosa. Ich entdeckte eine wunderbare Autorin und einen ums Leben ringenden jungen Menschen.
Beim letzten Symposion über Hertha Kräftner anlässlich ihres 55. Todestags, waren Sie zwar anscheinend nicht als Referentin tätig, dennoch ist Ihr Beitrag im Tagungsband "Alles ist in mir". Notate zu Hertha Kräftner (ed. Clemens K. Stepina) enthalten. Wie kommt das?
Wie das kommt - wie man auf mich kam? Das hat mich auch gewundert. Internet, so der Herausgeber. Wiewohl es mein Buch ja nicht gibt. Ein mir befreundeter Autor sagte, ausgelackt, die haben dich ausgelackt. Und daran hatte ich mich gewöhnt. In den letzten Jahren hat sich nun doch einiges um die Figur Hertha Kräftner bewegt - Symposien und Analysen. Etliche Publikationen. Und unter den Anmerkungen wiederholen sich die Autorennamen, auch jene, die bloß zwei Sätze zum Thema Kräftner publiziert haben. Unbeleuchtet geblieben sind dabei - unter all den Analysen und wissenschaftlichen Abarbeitungen an Kräftner - die Auslöser ihrer Traumen, die Geschehnisse in Mattersburg. Ausgelackt die, die eben diese Geschehnisse beleuchtet.
Jetzt ist Ihr biographisches Buch über die Lyrikerin Kräftner (Die Hügel nach der Flut. Was geschah wirklich mit Hertha K.) schon 10 Jahre auf dem Markt, aber die Erregung darüber ist anscheinend noch immer nicht abgeflaut. Worauf führen Sie zurück, dass es sich um ein solches Dauerthema handelt?
Ich sagte, ich akzeptiere das Auslacken. Anpinkeln lasse ich mich nicht, auch nicht von Machttypen, die meinten, es mit dem Mikro in der Hand tun zu müssen. Dass ich mit zwei Sätzen darauf reagiere, löste Hass aus ... Hier keine Seilschaften haben, bedeutet; darf der Eine hinhauen, macht’s die Andere nach. Ähnlich war es wohl bei Kräftner - ist es auch noch posthum. Ein Dauerthema.
Zu Ihren Recherchen, wie haben Sie begonnen?
Ich habe Zugänge in Kräftners Dunkel gesucht und bin auf Fakten gestoßen. Aus dem Kräftnerschen Nebenzweig ließen sich einige aufstöbern. Im Raum Gloggnitz leben Mattersburg-Stämmige, die nennen sich Gräftner. Einem in Wien lebenden Kräftner bin ich freundschaftlich verbunden. Den aus Mattersburg nach Kobersdorf zugezogenen Kräftner - seine Zuckerbäckerei nahe beschädigter Synagoge - zerstörter Burg, kannte ich als Kind - oft fuhren wir Kinder ja mit den Rädern nach Kobersdorf, um mit dem aus der Pipe rinnenden Gratis-Sauerwasser unsere Flaschen zu füllen, diese Bäckerei besuchte mit Stand auch die Jahrmärkte meines Dorfes. Ein Nachkömmlling dieses Geschäfts lebt heute bei Oberwart. Eine Tante Kräftners sprach ich in Mattersburg, daneben etliche andere Mattersburger. Mit Herthas Bruder telefonierte ich in Stockholm. Zwei ihrer Freunde habe ich kontaktiert. Herthas Urne – auch das ließ sich recherchieren, wurde umgebettet - vom Zentralfriedhof-Wien in den Atzgersdorfer, zur mütterlichen Verwandtschaft.
Ein Anklagepunkt scheint zu sein, dass Sie Fakten und Fiktion vermengen, zumindest was die Einfühlung in die Psyche der 23jährigen betrifft, die so tragisch geendet hat. Wie abgesichert waren Ihre Recherchen, was die Vergewaltigung durch die Russen im Jahre 1945 angeht?
Ich denke, kein Autor kommt, sobald er zu schreiben beginnt, an der Fiktion vorbei. Fiktion.
Sich in Kräftners verstörte, beladene, schuldbeladene Psyche hineinfühlen - ja, Fiktion. Ich kenne die Depression nicht, auch diese war aufzuspüren. Fiktion, genau an der Wirklichkeit. Entlang der Geschehnisse. Anhand der Recherchen. Kräftners Bild ist in meiner Biografie - meiner Arbeit, vorhanden. Die Vergewaltigung ist ein Fakt. So etwas lässt sich nicht erfinden. Eine Anmaßung. Und es ging mir nie darum, Kräftners Intimsphäre aufzuspüren.
Offenbar ist die Dichterin auch eine Identifikationsfigur für die Literatur ihres Bundeslands im Allgemeinen. Was war die Rolle des ORF-Studios Burgenland in dieser Angelegenheit, die Sie da kurz erwähnten?
Am 16. März 1997, gleich nach Präsentation meines Buches, strahlte man(n) eine Vernichtungssendung aus. Sie strahlt bis heute. Von Beginn weg wurde Kräftner auf eine Schräge gestellt. Man(n) hat seinen burgenländisch billigen Sermon abgesondert, bei dem es zu bleiben hat. Dass sie sich in Wien, im von männlichen Ressentiments verdümpelten Betrieb eine Lebenssicherung als Autorin und/oder ein Genesen und Vergessen neben einem Partner zu schaffen suchte, mit welchem Einsatz auch immer, dem Verlust der Würde? wer spielt hier Richter? Sätze wie - sie wählte den Freitod, gewiss die sauberste Lösung ihrer gewiss nicht geringen Probleme - mit welchen Das Werk 1977 vom Verlag zur Besprechung verschickt worden ist. Also unsauber ...? Das sind Sätze, die Kräftner noch posthum beschmutzen.
Als Ihre Kontrahenten treten zum Teil auch die Herausgeber der letzten Kräftner-Werkausgaben wie Max Bläulich auf. Sie deuten an, dass es sich da auch um eine Gender-Angelegenheit handelt, bei der es den männlichen Bewunderern nicht ganz gegeben ist, die weibliche Psyche der Autorin auszuloten. Inwiefern trifft das für Kräftners Zeitgenossen, wie Hans Weigel oder Hermann Hakel zu, und inwiefern auch für die Nachwelt?
Gender-Angelegenheit - ich deute das an? Nun, ich erinnere mich weder daran, dass man(n), frau sich für die Gründe ihrer Verstörung fiktiv, noch kalkuliert wissenschaftlich interessiert hätte.
Und Kräftners Zeitgenossen wussten wenig bis nichts. Kräftner ist an ihren Traumen und Schuldgefühlen erstickt, hat sich offenbar weder Frankl, noch Weigel oder Hakel anvertraut, Hakel – er nennt sie - allzu willige Nymphomanin - hält fest, was er von ihr weiß - die verwitwete Mutter, Herthas verhaltene, aber deutlich tiefe Liebe zum jüngeren Bruder, und, so Hakel, ...ihr Vater war als Soldat gestorben. Hertha war weder fähig, sich verbal vom Geschehen im Elternhaus – eine Exekution und eine versuchte zweite - die sie mit Schuld beladende Verwundung des Vaters, sein 5 Monate währendes einsames Sterben, zu befreien - sie selbst schreibt ja - der jähe Tod meines Vaters, noch war sie fähig, ihre eigenen Verwundungen zu artikulieren. Hat sie das unsauber gemacht? Wer hinterfragt die vielfachen Verstörungen dieser hochsensiblen jugendlichen Psyche? Innerlich erstickt. Heute sagen wir wahrscheinlich schwere posttraumatische Belastungsstörungen dazu.
Es klingt an, dass Schriftstellerinnen, wie das auch Helmut Niederle in seinem Symposiums-Referat thematisiert, generell an der Macho-Perspektive ihrer Kollegen leiden könnten - haben Sie da auch selber einschlägige Erfahrungen gemacht?
Erfahrungen wären da genügend zu machen gewesen. Und zu machen.
Macht frau sich so Seilschaften?
Über alle Querelen zu diesen Themen hinaus stellt sich natürlich aus der allzu kurzen Biographie Hertha Kräftners die Frage nach Verhütungsmöglichkeiten bei Suizidgefährdeten jungen Künstlern. Da scheinen bei Kräftner auch die Kontakte zu Psychiatern wie Frankl und Ringel nicht sehr geholfen zu haben. Was kann man für die Betreuung angehender Talente daraus lernen?
Reden. Hilfe zulassen. Nicht verdrängen. Mut zum Gespräch, zum Gewesenen. Gilt für Opfer wie Täter. Und wir sind beides.
Haben die Befürworter einer strikten Trennung zwischen der Würdigung des Werks und der Wahrnehmung seiner biographisch-psychologischen Hintergründe recht, und soll sich daher die literarische Öffentlichkeit aus dem Privatleben der Autoren heraushalten, wenn es diese nicht selber zu den Tratschkolumnen drängt?
Strikte Trennung unmöglich. Für mich ist alles miteinander verbunden. Rein wissenschaftliche Abarbeitungen sind mir meistens zu trocken, zu ineffizient. Und wenn wissenschaftlich über Hertha Kräftners fabelhafte Welt fabuliert werden darf, um mich zu destabilisieren, fabelhaft! In dem Zusammenhang, schreibt die Dame, sind Spekulationen über eine mögliche Vergewaltigung Kräftners während des Krieges und eine daraus resultierende Abtreibung nicht anders als unseriös zu bewerten. Nur soviel: Hier hat sich frau auf unseriöseste Art und Weise was zusammenfabuliert – und hat für eine seriöse Recherche keinen Finger gerührt.
Und letztens: Ist mit den genannten Publikationen Ihr Interesse an der Autorin erschöpft oder planen Sie weitere Aktivitäten in Sachen Kräftner?
Derzeit bin ich kräftig müde.
Biografie: Dine Petrik
Geboren 1942 im mittleren Burgenland, Tochter eines Musikers, um diesen – 1945 betrogen. Erwachsen geworden in Wien (lebt dort seit 1960). Diverse Abendschulungen, u.a. Handels- schule, Wiener Kunstschule. Diverse Jobs, vom Bürolehrling bis zur Sekretärin. Zwei Kinder großgezogen. Freie Autorin seit Ende der achtziger Jahre. Mehrere Preise und Stipendien. Veröffentlicht in verschiedenen Verlagen sind: Essays, Gedichte, Reiseliteratur. Zuletzt: Bibliotheca Alexandrina. Unterwegs auf Weltwunderboden. Ausgewählte Gedichte, Podium Porträt, Bd. 32, 2007. Alles ist in mir. Biographische Arbeit über die Lyrikerin Hertha Kräftner, 2007.
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INTERVIEW (gekürzt) mit Alois Eder: Literaturzeitschrift ETCETERA „Von Anatolien bis Ottakring –
Expetition im Goldenen Dreieck der Sprache“, 17.Oktober 2004
Etcetera: Also, Ihre Lyrik ist ja gleichsam eine Expetition...?
Petrik: Ja, es ist wie eine Expetition in einen Dschungel. Es ist so, dass massenhaft Wortmaterial
herumflirrt, das Festhalten gelingt rudimentär, mit der Zeit sammelt sich ein Wust an bekritzeltem
Papier an. Aus diesem Dschungel wähle ich aus, zunächst entstehen lyrische Gebilde, Figurationen, Skulpturen, Rohzustand, quasi, der noch zu bearbeiten ist, abliegen muss. Ich kann da nicht weg, nicht vom Weglassen der Interpunktion, nicht von diesem Zwang zu formen mit Worten, Sätzen, sie haben den Band ja gelesen, Skulpturen, Figuren – das Vorwort verweist darauf, aber auch, dass es keine steinharten Gedichte sind die D.P. schreibt. Vielleicht muten manche Gedichte tatsächlich hart an, wiewohl sie von einem lyrischen Material bewegt sind, das aber der Sinn nicht gefügig durchzieht. Ich möchte ja so wenig wie möglich ausdrücken, bloß einen roten Faden ziehen, ein dünnes Fädchen, auch ein unterbrochenes – bei einem behauenen Stein, einer Skulptur lassen sich oft auch unter-brochene Fäden sehen, Steinadern. In diesen Gedichtskulturen steckt die Angst vor Verlusten,
sagte jemand zu mir.
Etcetera: Das ist aber auch etwas, was sich realisiert in der Lesung, beim lauten Vorlesen ...?
Petrik: Und macht das Lesen auch schwierig, man darf den Satz nicht hacken, obwohl er – besagter Form wegen, abgehackt ist, z.B. das Wort oder: das O ist der letzte Buchstabe der oberen Zeile – ein Ausruf?, das DER beginnt die nächste Zeile mit einem anderen Bild ...
Etcetera: Ich hab ja den Eindruck gehabt, dass es da zwei Extreme gegeben hat, das eine ist
eben der Wortdschungel, das andere ist der barocke Garten, nicht mit den abgezirkelten Bosketten,
dort setzt das eine das andere voraus, baut das eine auf dem anderen auf ...
Petrik: Ja, wer kann das wissen?
Etcetera; Ja, ich ...übrigens, da ist mir ein Wort aufgefallen, irgendwas mit Jambus ...
Petrik: Ich und Janus, der Titel eines Gedichtes. das Doppelgesicht findet sich oft in den Gedichten.
Etcetera: Gutes Stichwort. Wie verhält sich das zwischen Lyrik und Prosa-Schreibern?
Petrik: Eine andere Welt, die erst noch zu finden ist. Dem Satz Zeit und Raum geben im Dschungel.
Aber ich habe ja schon Prosa geschrieben, mein Buch über Hertha Kräftner, erstes Prosabuch.
Mittlerweile habe ich auch ein Sachbuch - im weitesten Sinn, geschrieben, Jenseits von Anatolien.
Sehr literarisch, geht aber stark ins Historische, das sind halt verschiedene Extreme, die Historie ist ein sehr starkes Element bei mir. Und ich bin ein östlicher Mensch, Anatolien, Mesopotamien, da musste ich hin. Im Burgenland geboren, das ist östlicher Standplatz, Väter, Großväter waren ja Ungarn, lebten in der K.u.K-Zeit in Nachbarschaft mit den Türken, die Türken hatten große Teile Ungarns besetzt, meine Kindheit war voll mit Geschichten von Türken- und Kuruzzeneinfällen, es
gab Kämpfe, die Bauern vom ganzen Umkreis haben sich mit Dreschflegeln, Gabeln und Rechen gewehrt und sogar mal gesiegt. In unsere mittelalterliche Wehrkirche haben sich die Leute geflüchtet, die Kirche ist von einer Mauer mit Schießscharten umgeben. Der Ort ist mein Trittbrett gen Osten.
Etcetera: Aber worauf ich jetzt hinaus will: Ich hab da bei einer Podium-Lesung künstlerische Prosa gehört, also Richtung Erzähltext, da geht’s im Gegensatz zur Lyrik um geordnete Darstellung?
Petrik: Die geordnete Darstellung ist schon im Sachbuch gewahrt wiewohl auch das lyrische Element
stark vorhanden ist. Und ob das in einem Sachbuch richtig oder falsch ist, ist mir egal.
Etcetera: Weiß man das im Vorhinein, wenn man zum Beispiel in ein Diktafon spricht oder sich
Notizen macht, was dann daraus wird, Lyrik oder Prosa?
Petrik: Arbeit mit einem Diktafon? Entsetzlich. Da kommt weder Lyrik noch Prosa heraus-
Etcetera: Mein Eindruck, dass man sozusagen isolierte Einfälle hat, die notiert, und daraus macht
man dann was, ist das dann immer schon klar, das wird ein Gedicht – oder eine Erzählung?
Petrik: Das kommt darauf an, wo ich stehe. Bin ich in der Lyrik, geht sie mit mir durch, in den Schlaf,
plötzlich findet sich das lange gesuchte Wort, der bessere Satz. Das ist wie ein Sog, wie auch Mesopotamien, Babylon einer war, wusste von Kindesbeinen an, dort musste ich hin, den Boden betreten.
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